Der PromovierendenRat

Die Promovierendenvertretung der Universität Leipzig

Der PromovierendenRat header image 2

Der Koalitionsvertrag aus Promovierendensicht

Dezember 2nd, 2019 by David Georg Reichelt · Hinterlasse einen Kommentar

Als ProRat hatten wir nach der Landtagswahl hochschulpolitische Forderungen veröffentlicht, die die Promotionsbedingungen verbessern sollen. Gestern wurde der Koalitionsvertrag veröffentlicht und wir wollen einen Blick auf den Koalitionsvertrag aus Promovierendensicht werfen.

Wir forderten Verbesserungen der Beschäftigungsperspektiven, u.a. durch Drittmittelpooling für Leistungsträger, die Entfristung von Arbeitsverträgen, die auf Basis des Zukunftsvertrag Studium und Lehre stärken geschlossen wurden und die Verlängerung von befristeten Arbeitsverträgen nur 3 Monate im voraus.

Der Koalitionsvertrag geht hier ein großes Stück in die richtige Richtung:

Durch neue Personalkategorien in den Schwerpunkten Lehre, Forschung und Wissenschaftsmanagement schaffen wir Karrierewege neben der Professur für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Wir hoffen, dass mit diesen neuen Personalkategorien Entfristungen auch unterhalb der Professur üblicher werden. Natürlich halten wir aber an unseren ursprünglichen Forderungen fest – eine Befristung wenige Tage vor Antritt der verlängerten Stelle ist nach wie vor nicht hilfreich für gute Forschung. Wir würden uns demzufolge freuen, wenn auch diese bei der anstehenden Novellierung des Hochschulfreiheitsgesetzes berücksichtigt würden.

Darüber hinaus setzen wir uns für eine Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf beim Landesgraduiertenstipendium sowie einen Ausbau desselben ein. Der Koalitionsvertrag setzt diese Forderung vollständig um:

Die Landesgraduierten- und Wiedereinstiegsstipendien werden wir zukünftig regelmäßig anpassen, Eltern- und Pflegezeiten besser berücksichtigen, den Bezugskreis auf Promovierende in kooperativen Promotionen ausdehnen und die Anzahl der Geförderten insgesamt erhöhen.

Als einer der ersten institutionalisierten Promovierendenvertretungen in Deutschland freuen wir uns besonders, dass die Vertretung von Promovierenden in Sachsen nun zum Normalfall wird. Auf die konkrete Ausgestaltung der Promotionsvereinbarung sind wir noch gespannt.

Darüber hinaus setzen wir uns als ProRat schon lange für die regelmäßige Erstellung einer Betreuungsvereinbarung und die Etablierung von Vertretungsgremien von Promovierenden, also von ProRäten, im Hochschulfreiheitsgesetz ein. Auch dieses Thema bearbeitet der Koalitionsvertrag:

Mit der Hochschulgesetznovelle werden die Rechte der Promovierenden durch eine verpflichtende Promotionsvereinbarung, das Führen einer Doktorandenliste sowie ein eigenes Vertretungsgremium (Promovierendenrat) gestärkt.

Auch das ist ein großer Schritt in die richtige Richtung – wir sind auf die konkrete Ausgestaltung, vor allem bei der Promotionsvereinbarung, gespannt.

Insgesamt ist der Koalitionsvertrag eine gute Voraussetzung, die Promotionsbedingungen in Sachsen zu verbessern und damit Sachsens Wissenschaft für die Zukunft fit zu machen. Die konkrete Ausgestaltung wird natürlich noch spannend – den Koalitionsvertrag finden wir aber erstmal magna cum laude.

Tags: Vertreten