Der PromovierendenRat

Die Promovierendenvertretung der Universität Leipzig

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Offener Brief: Schluss mit dem Kürzungswahn!

Juni 30th, 2015 by Anne-Kathrin Gitter · Hinterlasse einen Kommentar

Die Promovierendeninitiative Halle lässt sich die prekären Arbeits- und Berufssituation nicht länger bieten. Die Landesregierung Sachsen-Anhalts verspielt Zukunfts- und Entwicklungschancen. Junge WissenschaftlerInnen in Sachsen-Anhalt verlangen Perspektiven.

Die volle Version des offenen Briefes und weitere Informationen findet Ihr hier.

Trotzdem wollen wir euch ein paar Auszüge des Briefes nicht vorenthalten, die Probleme widerspiegeln, die auch die NachwuchswissenschaftlerInnen und LehrerInnen des Landes Sachsen betreffen:

„Es ist Zeit das Schweigen zu brechen und ohne falsche Scham und Tabus in der Öffentlichkeit zu diskutieren, dass die Landespolitik Sachsen-Anhalts uns und unseren Familien keine Zukunft bieten will. Eine Verschärfung des Fachkräftemangels im Land wird dabei billigend in Kauf genommen. Wir lehnen es ab die jungen AbsolventInnen gegeneinander auszuspielen oder darum zu feilschen, ob es hier EINEN Lehrer, dort EINE Erzieherin oder EIN ZWEIJÄHRIGES Stipendium mehr gibt. Nicht kurzfristiger Erfolgszwang und Egoismus – das empathische und solidarische Miteinander bringen uns langfristig weiter! Wir haben fachliche Anerkennung für unsere wissenschaftliche Arbeit oder unser Lehramt erlangt, aber das Land betreibt Schönfärberei und lässt seine junge akademische Elite um Brosamen betteln.“

Oder:

„Für die glücklicheren DoktorandInnen gibt es gelegentlich sogar halbe Stellen. Gerade in den Geistes- und Sozialwissenschaften sind die jungen Menschen oft gezwungen jedes noch so prekäre Vertragsangebot als letzten Strohhalm zu ergreifen. Das ist entwürdigend und schadet der Wissenschaft und der Gesellschaft. Engagierte WissenschaftlerInnen investieren trotz Teilzeitstellen und/oder schlechter Bezahlung mehr als eine normale 40-Stundenwoche. Je nach Kassenlage gilt der Arbeitsvertrag für einen Monat, ein halbes Jahr oder auch mal zwei oder drei Jahre. Da die jungen WissenschaftlerInnen ja nur für eine Teilzeittätigkeit vergütet werden, können Sie sich nach Dienstschluss noch in einer Kneipe oder bei DHL betätigen. Ob sie ihren Doktortitel schaffen oder nicht, ist dem Land offensichtlich gleichgültig.“

„Wir verlangen Perspektiven und zumutbare Beschäftigungsverhältnisse für junge WissenschaftlerInnen in Sachsen-Anhalt. Das Land hat die Verantwortung für die Entwicklungschancen der gesamten Gesellschaft. Ohne starke öffentliche Forschung – die auf einem soliden Fundament aufbaut – wird Sachsen-Anhalt niemals zu den in Wirtschaft und Wissenschaft leistungsstarken Regionen aufschließen. Ohne Stärkung der Grundfinanzierung der wissenschaftlich renommierten Hochschulen in Sachsen-Anhalt (erinnert sei z.B. an die drei Humboldt-Professuren für die Universität Halle) wird es hier vor Ort keine positive Auswirkung der bundesweit diskutierten Verbesserungen im Wissenschaftszeitvertragsgesetz geben. Die Hochschulen benötigen die finanziellen Mittel um ihren jungen MittarbeiterInnen reguläre und angemessene Arbeitsverträge anbieten zu können und auch die notwendigen unbefristeten Stellen für Daueraufgaben in Lehre und Forschung absichern zu können.“

Der ProRat Leipzig unterstützt den offenen Brief der Promovierendenintiative Halle und sendet solidarische Grüße!

Tags: Vernetzen · Vertreten