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Protestaktion vor der DNB teilweise erfolgreich – Direktor Fernau signalisiert Kompromiss

Februar 27th, 2013 by Anne-Kathrin Gitter · Hinterlasse einen Kommentar

Die vom StuRa, dem ProRat und der Initiative „Offene DNB“ organisierte Protestkundgebung am 26. Februar 2013 hat bereits einen ersten Erfolg erzielt: Die DNB-Leitung in Leipzig hat einer 3-Monatigen Testphase zugestimmt, in der die Bibliothek statt um 10 Uhr bereits um 9 Uhr öffnet. Allerdings ist das noch keine dauerhafte Lösung, sondern läuft unter dem Vorbehalt, dass eindeutig nachgewiesen werden kann, dass morgens um 9 ebenso viele Nutzer_innen in den Lesesälen sitzen wie in den späten Abendstunden.

Ungefähr 50-80 Nutzer_innen hatten sich neben einem großen Medienaufgebot am Dienstag trotz der Kälte vor der DNB versammelt und demonstrierten für einen Erhalt der Öffnungszeiten ab 8 Uhr. Eine der Sprecher_innen des ProRats, Anne-Kathrin Gitter, betonte erneut in ihrer Ansprache, dass durch eine Kürzung der Öffnungszeiten der DNB gerade die leiden müssten, die neben Job und Familie, einen Beitrag für die Wissenschaft leisten wollten. „Forschung ist Arbeit und muss daher auch zu regulären Arbeitszeiten möglich sein“, sagte sie. Die DNB sei eine der bedeutendsten Bibliotheken Deutschlands und müsse sich am Service der Sächsischen Landesbibliothek in Dresden oder der Bayrischen Staatsbibliothek in München messen lassen. Frei zugängliche Bildung dürfe nicht aus Überlegungen der Kosteneffizienz eingeschränkt werden.

Die Initiatoren der Kundgebung forderten erneut mehr Transparenz in der Debatte um die Finanzierung der Öffnungszeiten und die Messungen von Besucherzahlen und Nutzerwünschen. Die Bürgerinitiative „Offene DNB“ überreichte Bibliotheksdirektor Michael Fernau während der Kundgebung auch eine Liste mit über 350 Unterschriften von Unterstützer_innen ihres Aufrufs für einen Erhalt der Öffnungszeiten der DNB Leipzig. Holger Mann (SPD) und Dr. Volker Külow (Die Linke) vertraten die Leipziger Bundestagsabgeordneten ihrer Parteien und unterstützen in deren Namen die Forderung nach einem Erhalt der bisherigen Öffnungszeiten am
Standort Leipzig.

Direktor Fernau unterstrich zu dieser Gelegenheit erneut, dass der Stellenabbau und Gelderkürzungen bereits seit Jahren den Service der DNB beeinträchtigt hätten und nun eben im Zuge der „Harmonisierung“ mit Frankfurt keine Mittel mehr für eine 14-stündige Öffnung zur Verfügung stünden. Außerdem hielte er es für übertrieben, von einer Beschädigung des Wissenschaftsstandortes Leipzig zu sprechen. Allerdings zeigte er Verständnis für das Argument der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und ließ sich auf den oben genannten Kompromiss ein.

Der ProRat und der StuRa sehen allerdings die Debatte als noch nicht abgeschlossen an – das Ziel, die alten Öffnungszeiten beizubehalten, werden wir nicht aus den Augen lassen.

Beiträge bei Radio Mephisto, mdr.de, LVZ-Online und Info-TV.

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