Der PromovierendenRat

Die Promovierendenvertretung der Universität Leipzig

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Intellektuelles Nomadentum der Nachwuchswissenschaftler

Oktober 17th, 2011 by admin · Hinterlasse einen Kommentar

Podiumsdiskussion zum Tag der Promovierenden 2011 fragt nach den Berufschancen

(Dieser Artikel ist – bis auf das Foto – im aktuellen Universitätsjournal auf Seite 15 erschienen.)

Podiumsdiskussion am Tag der Promovierenden u. a. mit Kevin Heidenreich, Benjamin Bigl, Prof. Dr. Ulrich Brieler


U. a. Kevin Heidenreich (links), Benjamin Bigl (Mitte) und Prof. Dr. Ulrich Brieler diskutieren die Berufschancen Promovierter.

Keine gute Botschaft hat Prof. Dr. Thomas Lenk, Prorektor für Entwicklung und Transfer, den 5800 Nachwuchswissenschaftlern an der Universität Leipzig am »Tag der Promovierenden 2011« überbracht: Angesichts drohender Stellenkürzungen bieten die sächsischen Hochschulen »für Akademiker nicht die beste Perspektive« für den Einstieg in die Berufswelt. Lenk skizzierte zu Beginn einer Podiumsdiskussion das Dilemma, das sich Promovierenden spätestens nach Abschluss ihrer Promotion offenbart: Viele wollen in der Region bleiben, doch der Arbeitsmarkt bietet ihnen dafür zu wenige Chancen.

Zu der Diskussion mit dem Titel »Promoviert und bleiben?! Perspektiven für den hochqualifizierten Nachwuchs auf dem sächsischen Arbeitsmarkt« hatte im Juni der PromovierendenRat (ProRat) gemeinsam mit der Kompetenzschule ELSYS eingeladen. Anlass der gut besuchten Podiumsdiskussion im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig war das einjährige Bestehen des ProRats, der ersten gewählten Interessenvertretung Promovierender an einer deutschen Hochschule. Unter der Moderation von Prof. Dr. Matthias Schwarz, Prorektor für Forschung und Nachwuchsförderung, gingen Benjamin Bigl (ProRat-Sprecher), Prof. Dr. Ulrich Brieler (Stadt Leipzig), Dr. Thomas Feist (MdB, CDU Leipzig), Kevin Heidenreich (DIHK, Berlin), Prof. Dr. Michael Kölmel (Filmaufbau Leipzig GmbH) und Anita Lauter (Comparex Deutschland AG, Leipzig) der Frage nach den Berufschancen Promovierter nach.

Bigl sah die Promovierenden nur mangelhaft versorgt. Die Perspektiven in der Wissenschaft fehlten: Als wissenschaftlicher Mitarbeiter werde man nach kurzer Zeit nicht weiterbeschäftigt und Qualifizierungsstellen nach der Promotion gebe es kaum. Er kritisierte zudem das geringe Engagement der Wirtschaft und forderte mehr Promotionsstipendien ein. Nahezu einig waren sich die Podiumsgäste darin, dass die Promotion eine Zeit der Entbehrungen sei. Schwarz sprach vom »intellektuellen Nomadentum, das man als Wissenschaftler durchstehen muss«. Während die Wirtschaftsvertreter mehr Praxisnähe der Promovierten anmahnten, stellte Brieler die »umstandslose Nützlichkeit« der Promotion infrage. Feist betonte, dass ein Job in der Wissenschaft für Promovierte nur ein Weg von vielen ist. Sie würden nur genügend Lust und Ausdauer benötigen, um einen Job zu finden.

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